• Was ist Six Sigma?

Six Sigma ist eine stringente Methodik, um über gezielte Projekte systematisch auf eine Null-Fehler-Qualität hinzuarbeiten und dabei gleichzeitig eine hohe Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Six Sigma bedeutet also immer das Durchführen klar definierter Verbesserungsprojekte mit einem eindeutigen Prozessbezug. Das Erfolgsgeheimnis von Six Sigma und der wesentliche Unterschied zu konventionellen Vorgehensweisen der Prozessoptimierung und der kontinuierlichen Verbesserung liegt

  • in der stringenten und systematischen Vorgehensweise im Rahmen des DMAIC oder DMADV Zyklus mit dem Ziel, Ursache und Wirkung zu verstehen und zu beherrschen
  • in der Konzentration auf Zahlen und Fakten in Verbindung mit einem konsequenten und vernetzten Einsatz von Methoden und statistischer Verfahren
  • in der starken Teamarbeit und dem Einbeziehen von Betroffenen in den Problemlösungsprozess
  • in der Transparenz der erreichten Erfolge und der damit verbundenen hohen Motivationswirkung auf die Mitarbeiter

Durch dieses systematische, umsetzungsorientierte Vorgehensweise in den Projekten wird eine hohe Ergebniswirkung erzielt, da die erreichbare Null-Fehler-Qualität nicht nur zu Kostensenkungen, sondern über gestiegene Kundenzufriedenheit auch zu Umsatzsteigerungen führt. Anders, als bei vielen anderen Qualitätsmanagementkonzepten basiert Six Sigma auf einem über das ganze Projekt hinweg durchgängig strukturierten und systematischen Methodeneinsatz.

Die Philosophie besteht darin, sich konsequent an den Anforderungen für die Prozesse an den Empfängern der Wertschöpfung und ihren Erwartungen auszurichten. Das zielgerichtete und vollständige Übersetzen der „Stimme des Kunden“ in die „Sprache des Prozesses“ ist der Grundstein dafür, dass Produkte und Dienstleistungen mit hoher Qualität und einer hohen Reproduzierbarkeit erzeugt werden. Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität entstehen, weil alle wesentlichen Kundenanforderungen sowohl vollständig aus Kundensicht als auch wirtschaftlich aus Unternehmenssicht erfüllt werden können.

In vielen fortschrittlichen Unternehmen wird inzwischen Six Sigma kombiniert mit dem Lean Management. Six Sigma Projekte haben zum Ziel, Qualitätsdefizite in Form von Abweichungen von den geforderten Toleranzen bzw. Standards zu eliminieren. Dies war und ist der Ansatz, den die Urheber von Six Sigma Motorola und General Electric nachhaltig im gesamten Konzern verfolgen.

Lean Management Konzepte bezwecken, Verschwendung aufgrund von ineffizienten Prozessabläufen zu beseitigen und so mit der Zeit eine Perfektionierung der Prozessabläufe zu erreichen. Dabei steht bei dem Lean Gedanken die aktive Rolle und die Qualitätskultur der Mitarbeiter im Fokus. So ist insbesondere Toyota als Pionier des Lean Management vorgegangen.

So paart sich sehr effektiv die Verschlankung und kontinuierliche Verbesserung der Prozesse mit den Instrumenten des Lean Management mit der sehr analytischen und stringenten Vorgehensweise von Six Sigma, um so Kosten durch Verschwendung oder unzureichende Qualität einzusparen und die Kundenorientierung von Prozessen über die Kriterien Zeit und Ergebnis zu erhöhen. Selbst hartnäckige und schwerer zu lösende Qualitätsprobleme können auf diese Weise gelöst werden.

Daher ist gerade für mittelständische Unternehmen diese Kombination beider Konzepte in Form von Lean Six Sigma sehr interessant. Viele bereits bestehende Instrumente und Vorgehensweisen zur ständigen Verbesserung und des QM lassen sich hier integrieren und über eine höhere Systematik effektiver einsetzen.

► (siehe Töpfer, A.: Lean Six Sigma, Berlin/ Heidelberg 2009)